Haus zur Rosen

Nachwuchsförderung

Das FZRB fördert zahlreiche Nachwuchswissenschaftlerinnen und - wissenschaftler.
Haus zur Rosen
Foto: FSU Jena

Carola Barth Preis

Der von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gestiftete Carola Barth-Preis des FZRB prämiert herausragende Abschlussarbeiten (Bachelor, Master, Lehramt, Diplom, Kirchliches Examen u.a.), die sich dem Thema religiöser Bildung widmen. Dabei können historische, empirische oder systematische Zugänge beschritten werden; die Abschlussarbeit kann in sämtlichen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena angebotenen Studiengängen verfasst worden sein.

Der Preis fördert die von Studierenden geleistete Erforschung religiöser Bildung und wird seit 2015 jährlich verliehen.

Die wichtigsten Eckpunkte zur Bewerbung:

  • Sie können sich selbst vorschlagen oder durch einen Angehörigen oder Alumi der FSU vorgeschlagen werden.
  • Neben der Arbeit ist ein durch eine/n Prüfungsberechtigte/n der Friedrich-Schiller-Universität verfasstes Kurzgutachten als PDF einzureichen.
  • Die Bewerbung erfolgt per E-Mail an zrb@uni-jena.de
  • Die Arbeit kann in allen an der FSU angebotenen Studiengängen verfasst worden sein.
  • Die Abgabe der Abschlussarbeit darf zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht länger als drei Jahre zurück liegen.
  • Voraussetzung für die Bewerbung ist, dass man den Preis zur Preisverleihung im Rahmen der Semestereröffnungsveranstaltung der Theologischen Fakultät persönlich entgegen nehmen kann. 
  • Ende der Bewerbungsfrist ist der 30. August.2022
  • Bei Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne per Mail zur Verfügung an stefan.van.der.hoek@uni-jena.de

Genauere Informationen finden Sie in der Satzung des Examenspreises hier [pdf, 140 kb].

Carola Barth Preis Carola Barth Preis Foto: Stefan van der Hoek
Wer war Carola Barth? Eintrag erweitern

Wer war Carola Barth? – Religionspädagogin - Verbandsvertreterin - erste promovierte Theologin in Deutschland

Carola Barth (1879-1959) gehörte vor noch nicht langer Zeit zu den ‚vergessenen Müttern der modernen Religionspädagogik’; dass dem nicht mehr so ist, verdankt sich insgesamt einem wachsenden Interesse an der Historie der Religionspädagogik und der Frauenforschung im Bereich der Theologie in den letzten 15 Jahren.

Carola Barth stammte aus einem bildungsnahen bürgerlichen Elternhaus in Frankfurt a. M. Die Schul- und Studienzeit von Carola Barth fiel in die Umbruchphase der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland, für deren Entwicklung der Mädchen- und Frauenbildung die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert eine entscheidende Zäsur markiert. Die Forderungen der sich im 19. Jahrhundert etablierenden Frauenverbände nach einer gleichwertigen schulischen Ausbildung für Mädchen und Jungen sowie nach dem Zugang junger Frauen zum Universitätsstudium konnten allmählich durchgesetzt werden. Auch an der Universität Jena wurde das Frauenstudium 1907 eingeführt.

Ostern 1899 legte Carola Barth das Examen am Frankfurter Lehrerinnenseminar ab, womit sie zwar formell die Unterrichtsbefähigung an Volksschulen erhielt, der Zugang zu einem Hochschulstudium allerdings noch nicht eröffnet wurde. Als Hospitantin des privaten Mädchengymnasiums zu Karlsruhe und gefördert durch Privatunterricht bestand sie 1902 am humanistischen Gymnasium in Hadamar als Externe die Abiturprüfung. Carola Barth war in der Studienwahl deutlich eingeschränkt und das Lehramtsstudium war neben dem Medizinstudium die einzige Möglichkeit der universitären Bildung für Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Carola Barth nahm ihr Studium der evangelischen Theologie und der Geschichte 1902 in Bonn und Marburg auf. Beide Universitäten galten gegenüber dem Frauenstudium als aufgeschlossen. Als eine der ersten Frauen in Deutschland bestand Barth am 2.3.1907 in Bonn die Prüfung ‚pro facultate docendi’ für das Lehramt an höheren Schulen und erhielt die Lehrbefähigung in den Fächern Religion sowie Geschichte für die Oberstufe und im Fach Deutsch für die Mittelstufe zuerkannt.

An der Theologischen Fakultät in Bonn war es seinerzeit Frauen jedoch noch nicht möglich, promoviert zu werden. Dass das binnenuniversitäre Klima in Jena für die Zulassung des Frauenstudiums und damit auch der Weg zur Promotion von Frauen günstig war und bereits Ende des 19. Jahrhundert als aktuelle Aufgabe erkannt wurde, bestätigen zudem die dezidiert auf Frauenbildung ausgerichteten Jenaer Ferienkurse.

Nach dem Studium und ihrer erfolgreichen Promotion in Jena begann für Barth ein zügiger beruflicher Aufstieg. Ostern 1908 nahm sie ihren Dienst als Lehrerin an der humanistischen Merlo-Mevissenschule in Köln auf. Im Herbst 1908 führte Barth eine Forschungsreise zu Ausgrabungsstätten im Libanon, in Palästina und Ägypten durch.

Nach ihrer Rückkehr 1909 unterrichtete sie zunächst in Frankfurt a. M. und wurde dort 1911 zur Oberlehrerin ernannt. 1921 zur Direktorin des städtischen Lyzeums in Köln-Mülheim und 1925 der Mevissenschule ernannt, wurde sie schließlich 1926 zur Oberstudiendirektorin befördert.

1934 verfügten die Nationalsozialisten die Schließung der Mevissenschule und Barth wurde aus dem Schuldienst entlassen. Barth trat im selben Jahr in den NS-Lehrerbund ein, weil sie, wie sie später erklärte, „eine gewisse Bindung zur Schule aufrecht zu erhalten wünschte.“ Aus der schulpolitischen Öffentlichkeit zog sie sich weitgehend zurück. Aufgrund ihrer Verdienste ernannte sie die Universität Königsberg 1927 zur Ehrendoktorin. In einer großen Zahl an Publikationen, zu denen Monografien, Aufsätze, Vorträge, Tagungsberichte, Rezensionen und Unterrichtswerke gehören, trat sie für einen entwicklungspsychologisch und religionsgeschichtlich begründeten Religionsunterricht ein. Zudem galt ihr religionspädagogisches Interesse dezidiert der Mädchenbildung.

Carola Barths religionspädagogisches Denken bewegt sich im Rahmen der liberalen Theologie bzw. Religionspädagogik jener Zeit. Sie beobachtete eine wachsende Entfremdung der Jugend gegenüber institutionalisierten Kirche und stellte zugleich deren ‚ehrliches Verlangen nach Religion’ fest.

Religionsdidaktisch verzichtete Barth auf eine ekklesiologische bzw. katechetische Begründung des Religionsunterrichts. Der Religionsunterricht ist für Barth nicht auf die Vermittlung und Aneignung eines bestimmten Bekenntnisses ausgerichtet, sondern primär auf die Befähigung zur Urteilsbildung über das eigene religiöse Befinden.

Früh erkannte Barth die Notwendigkeit politischer Arbeit in Religionslehrerverbänden und kirchlichen Gremien. Ab 1913 war sie Vorsitzende des protestantisch-liberalen ‚Vereins für religiöse Erziehung’, der 1920 mit dem 1911 gegründeten ‚Bund für die Reform des Religionsunterrichts’ zum ‚Bund für Religionsunterricht und religiöse Erziehung’ vereinigt wurde, in dessen Vorstand Carola Barth ebenfalls tätig war. Als Fachvertreterin für den evangelischen Religionsunterricht nahm sie an den Deutschen evangelischen Kirchentagen (DEKT) von Dresden (1919), Bethel (1924), Königsberg (1927) und Nürnberg (1930) teil. 1919 war sie Mitglied im Deutschen Evangelischen Kirchenausschuss (DEKA) und wurde 1925 als dessen Delegierte zur ‚Allgemeinen Konferenz für Praktisches Christentum’, eine Vorläuferorganisation des Ökumenischen Rates der Kirchen, nach Stockholm entsandt.

Preisträger:innen des FZRB-Nachwuchspreises

Maja Friederike Menzel Maja Friederike Menzel Foto: Sonja Depper

2021

Maja Friederike Menzel

Titel der Arbeit: »Ökumene und evangelischer Religionsunterricht in Siebenbürgen«

Simon Sidney Hölscher Simon Sidney Hölscher Foto: Simon S. Hölscher

2020 

Simon Sidney Hölscher 

Titel der Arbeit: »Neuer Antisemitismus – Eine ideengeschichtliche Betrachtung in Rückbindung an gegenwärtige Bildungskonzepte«

 

Jennifer Keller Jennifer Keller Foto: Jennifer Keller

2019

Jennifer Keller

Titel der Arbeit: »Der Umgang mit Behinderung im Islam mit Schwerpunkt Türkei« 

 

B. Walther B. Walther Foto: Thomas Heller

2018

Bettina Walther

Titel der Arbeit: »Die Offene Arbeit in der DDR als Praxis der Kirche für andere - eine kritische Auseinandersetzung mit einer These Heino Falckes«

 

F. Wichmann F. Wichmann

2017

Friederike Wichmann

Titel der Arbeit: »Reformation und Schule. Die Gründung der Klosterschule Roßleben im 16. Jahrhundert«

J. Etzel J. Etzel

2016

Janis Etzel

Titel der Arbeit: »Religion in der Familie«

 

G. Sethge G. Sethge

2015

Gordon Sethge

Titel der Arbeit: »Wenn Kinder sterben - Seelsorgliche Erwägungen«

Qualifizierungsarbeiten

Laufende Qualifizierungsarbeiten Eintrag erweitern
Frau mit Stift Frau mit Stift Foto: fotolia.com
  • Fahed Al-Janabi M.A.Zu den Dissonanzen zwischen den Integrationskonzeptionen von zivilgesellschaftlichen Akteuren und Zugewanderten: Ein Beitrag zur Interpretation von kontemporären Migrationsphänomenen (Arbeitstitel Dissertation)                                                                                                                                                  Betreuer Fakultät: Prof. Michael Wermke / Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
  • Stefan van der Hoek M.A.: Neue protestantische Gemeinschaften als Herausforderung für die Evangelische Religionspädagogik in Deutschland (Arbeitstitel Dissertation)                                                                                                                                                       Betreuer/ Fakultät: Prof. Michael Wermke / Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
  • Minseok Kang: Die offene Kirche und Religionspädagogik in der geschlossen Gesellschaft: Die Rolle religionspädagogischer Presse in der geschlossenen Gesellschaft der DDR (Arbeitstitel Dissertaion)                                                                                                   Betreuer/Fakultät: Prof. Michael Wermke/ Theologische Fakultät
  • Katharina Breidenbach: "Kommissare, Gesandte, Diplomaten, Geistliche, Agenten - Netzwerke, Handlungsspielräume und Machtkonstellationen von Mittelspersonen innerhalb protestantischer Emigrationsbewegungen des 17. und 18. Jahrhunderts" (Arbeitstitel Dissertation)
    Betreuer/Fakultät: Prof. Dr. Gisela Mettele und Prof. Dr. Alexander Schunka/Philosophische Fakultät
  • Dr. Sungsoo Hong: "Gleichzeitigkeit des Ungleichen. Neue Raumordnungen und
    Paradoxien als Herausforderung für religiöse Bildung" (Habilitation)                                Betreuer/Fakultät: Prof. Dr. Michael Wermke/Theologische Fakultät
Abgeschloßene Qualifizierungsarbeiten Eintrag erweitern
  • Dr. Sungsoo Hong: "Inklusion, Heterogenität und religionspädagogische Professionalität" (Dissertation)                                                                                                                               Betreuer/Fakultät: Prof. Dr. Michael Wermke/Theologische Fakultät
  • Dr. Katharina Muth: "Bewertung religiöser Urteilskompetenz. Zum Spezifikum religiöser Urteilskompetenz und dessen Auswirkung auf Bewertungskriterien im schriftlichen Abitur des Faches Evangelische Religionslehre" (Dissertation)
    Betreuer/Fakultät: Prof. Dr. Michael Wermke/Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
  • Dorothy Bonchino-Demmler: "Lehrkräfte an evangelischen Regelschulen in freier Trägerschaft im Kontext Ostdeutschland. Fallstudien zum Passungsverhältnis von religiöser und reformpädagogischer Konzeption evangelischer Schulen im Spiegel beruflichen Selbstverständnisses und berufsbiografischer Orientierung von Lehrerinnen und Lehrern" (Dissertation)
    Betreuer/Fakultät: Prof. Dr. Michael Wermke/Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
  • Dr. Matthias Kuhl: "Filmbildung im Unterricht. Konzeptionelle Grundlagen für das Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG)" (Dissertation)
    Betreuer/Universität: Prof. Dr. Isabell Noth und Prof. Dr. Michael Wermke/Universität Bern
  • Dr. Thomas Heller: "'Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz' (Mt 6,21). Eine religionsdidaktische Auseinandersetzung mit dem Thema 'Geld' unter Nutzung historischer, volkswirtschaftlicher, exegetischer, systematisch-theologischer und sozialwissenschaftlicher Einsichten und Zugänge" (Habilitation)
    Erstgutachter/Fakultät: Prof. Dr. Michael Wermke/Theologische Fakultät
  • Dr. Ole Fischer: "Macht und Ohnmacht des frommen Mannes - Religion und Männlichkeit in der Biografie Adam Struensees (1708-1791)" (Dissertation, Publikation)
    Erstgutachterin/Fakultät: Prof. Dr. Gisela Mittele/Philosophische Fakultät
  • Dr. Sophia Großkopf: "Das offensichtlich Unoffensichtliche. Die religiöse Dimension in der Pädagogik Johannes Daniel Falks" (Dissertation)
    Betreuer/Fakultät: Prof. Dr. Michael Wermke/Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
  • Dr. Sylvia E. Kleeberg-Hörnlein: "Staat - Kirche - Volksschule im Reußenland. Die Entwicklung der Schulaufsichtsfrage im langen 19. Jahrhundert (1778/1848-1918)" (Dissertation, Publikation)
    Erstgutachter/Fakultät: Prof. Dr. Michael Wermke/Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
  • Hiromi Kora: "Verstehen der Bildung im Rahmen der westlichen und östlichen Prinzipien: Ein Vergleich der Theorien der Menschenbildung von Motomori Kimura und Otto Friedrich Bollnow" (Dissertation)
    Erstgutachter/Fakultät: Prof. Dr. Dr. Ralf Koerrenz/Sozial- und Verhaltenswissenschaftliche
  • Dr. Mirjam Sauer: "Religionskommunikation. Friedrich Schleiermachers 'Reden' und Predigten um 1800" (Dissertation) Erstgutachterin/Fakultät: Prof. Dr. Miriam Rose/Theologische Fakultät
  • Dr. Anne Stiebritz: "Werkstatt Offene Arbeit. Eine Einzelfallstudie zu Frauen in der Offenen Arbeit in den 1970er und 1980er Jahren in der DDR" (Dissertation)
    Erstgutachter/Fakultät: Prof. Dr. Dr. Ralf Koerrenz/Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
  • Dr. Ulrike Weißbach: "Die Rezeption des Krieges in zeitgenössischen Schulandachten und -predigten zur Zeit des Ersten Weltkrieges" (Dissertation)
    Erstgutachter/Zweitgutachter/Fakultät: Prof. Dr. Michael Wermke/Prof Dr. Dr. Ralf Koerrenz/Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften