Fahed Al-Janabi

Migration und Separation: ein Beitrag zur Interpretation kontemporärer Migrationsphänomene
Fahed Al-Janabi Fahed Al-Janabi Foto: Privat

Angaben zur Person:

Fahed Al-Janabi

Fürstengraben 6, 07743 Jena

Raum 306

Telefon: +49 3641 9-42777

fahed.al-janabi@uni-jena.de

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Forschungsinteressen mit Bezug auf Diaspora:

  • Migration- & Integrationsforschung
  • Gesellschaftstheorie

Vorläufiger Arbeitstitel des Promotionsprojekts: Migration und Separation: ein Beitrag zur Interpretation kontemporärer Migrationsphänomene

Abstract:

Fahed Al-Janabi erforscht das Verhältnis zwischen arabischsprachigen Migranten(inn)en und der Einwanderungsgesellschaft. Im öffentlichen Diskurs wird diesbezüglich häufig auf gesellschaftliche Parallelstrukturen verwiesen, deren Aufbau, Nutzung und Aufrechterhaltung als Zeichen einer intendierten Abschottung und Distanzierung zur Einwanderungsgesellschaft interpretiert werden. Obwohl bisherige Forschungen andeuten, dass das Verhältnis zwischen bestimmten Migranten(inn)engruppen zur Einwanderungsgesellschaft als „distanziertes Nebeneinander“ bezeichnet werden kann, erscheint eine solche Interpretation als verkürzt. Die Ausgangsthese der Forschung stellt dem entgegen, dass dieses Verhältnis auf Seiten der Migranten(inn)en vielmehr durch ein Bündel von unterschiedlichen Erfahrungen von Migranten(inn)en bedingt wird, vor allem:

  • ein de facto Minderheitsdasein, was mit einer Machtungleichheit einhergehen kann,
  • Ressourcennachteile im vgl. zur Aufnahmegesellschaft (materielle, personale und soziale),
  • eine vermutete Unzulässigkeit sich als Teil einer Gesellschaft zu fühlen, die sich auch in Diskriminierungserfahrungen gründen kann,
  • Spannungen zwischen religiösen Prägungen der Untersuchungsgruppe und der Säkularität der Einwanderungsgesellschaft,
  • kulturelle Differenzen, die sich in Fremdheitserfahrungen widerspiegeln,
  • und schließlich (eine daraus resultierende) diasporische Identität, die sich auch aufgrund der Migrationserfahrung und den anhaltenden regionalen Krisen in den Herkunftsregionen entwickeln kann und zu einem anhaltenden Gefühl des Entwurzelt-Seins führt.

Die Forschung fragt nach der Rolle dieser und weiterer Erfahrungen bei der Konstitution des genannten Verhältnisses und verfolgt dabei einen interpretativen, phänomenologischen Ansatz sowie eine qualitative Analyse subjektiver Erzählungen als Untersuchungsmethode.

Keywords: Migration, Integration, Diaspora, Separation, Segregation

Projektlaufzeit: 11/20 – 11/2024

Förderung: Profillinie LIBERTY

Publikationen:

  • Al-Janabi, F. (2022) ‘Migration, Erziehung und Religiosität: empirische Ergebnisse zum Bildungsbedarf von Müttern mit Migrationsgeschichte aus dem arabischsprachigen Raum’ in Schirrmacher, F., Kleint, S., und Boger, M. (Hrsg.) Familienreligiosität im BildungshandelnTheorie – Empirie – Praxis