Unterricht

Religiöse Bildung in Schule, Religionsunterricht und LehrerInnenbildung

Die Arbeitsstelle "Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht in Thüringen" ordnet sich diesem Ressort zu.
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Über das Ressort

Im Rahmen des schulischen Bildungsauftrags hat religiöse Bildung die Aufgabe, SchülerInnen zu religiöser Mündigkeit in einer multikulturell geprägten Gesellschaft zu befähigen. Entsprechend geht religiöse Bildung zwar von dem Eigenen aus. Sie hat dabei aber stets das Fremde mit im Blick, welches über Kommunikationsprozesse zu einer Möglichkeit der Erweiterung des eigenen Horizontes erfahren werden kann.

Das FZRB widmet sich in diesem Ressort den Herausforderungen, die sich aus dem Verhältnis von religiöser Bildung zu Unterricht und Schule ergeben. Zu nennen sind hierbei, u.a. die Themen wie Inklusion, Heterogenität, Diversität, differenzsensibler Religionsunterricht und der konfessionell-kooperative Religionsunterricht. Diese Themen werden unter dem Blickwinkel der Forschung bearbeitet und haben das Ziel, aus der religionspädagogischen „Metaebene“ heraus zur Zukunftsfähigkeit einer „Religiösen Bildung in Schule, Religionsunterricht und Lehrerinnenbildung“ beizutragen.

Die Forschungsergebnisse fließen ein in wissenschaftliche Publikationen, Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, die von Mitgliedern des FZRB herausgegeben werden, sowie in vom FZRB veranstaltete Tagungen.

Projekte des Ressorts

  • "Inklusion als Ambivalenz: Religionspädagogische Anmerkungen zu Heterogenität, Inklusion und Bildung"

    "Inklusion als Ambivalenz: Religionspädagogische Anmerkungen zu Heterogenität, Inklusion und Bildung"

    Am 11. Dezember 2019 hielt Sungsoo Hong, M.A. gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Wermke einen Vortrag über Heterogenität, Inklusion und Bildung aus religionspädagogischer Perspektive. Der Vortrag wurde aufgezeichnet und kann unter folgendem Link angeschaut werden:

    https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00040394Externer Link

  • "Ich lege Protest ein" - Mit Paul Schneider Glaube und politische Verantwortung erkunden

    "Ich lege Protest ein" - Mit Paul Schneider Glaube und politische Verantwortung erkundenUnterrichtsmaterialband 

    Unter der Überschrift »‚Ich lege Protest ein‘  – Mit Paul Schneider Glauben und politische Verantwortung erkunden« werden derzeit Unterrichtsmaterialien zu Paul Schneider entwickelt, welche bei Vandenhoeck & Ruprecht im September 2020 erscheinen werden. Der Materialband nimmt SchülerInnen mit auf ein Wechselspiel zwischen Gedenken und Denken, das am Beispiel des Handelns von Paul Schneider die Verflochtenheit von Glauben und politischer Verantwortung sowie die Rolle von ChristInnen im Protest gegen Unrecht vor Augen führt. Die Evangelische Kirche im Rheinland fördert die Publikation mit einem großzügigen Druckkostenzuschuss. Darüber hinaus unterstützen die Direktoren des Pädagogisch-Theologischen Instituts der EKiR und des Pädagogisch-Theologischen Instituts der EKM, Prof. Dr. Gotthard Fermor und Dr. Ekkehard Steinhäuser, das Publikationsprojekt.

    Informationen des Verlags zur Publikation: 

    "Religionsunterricht hat u. a. die Aufgabe von Erinnerung. Dies gilt auch für das dunkle Kapitel des Nationalsozialismus in der jüngsten deutschen Vergangenheit. Dieses Werk setzt zur Auseinandersetzung mit der NS-Zeit einen Fokus auf den evangelischen Pfarrer Paul Schneider (1897–1939), der neben Dietrich Bonhoeffer und Martin Niemöller zu den bekannten Persönlichkeiten der Bekennenden Kirche gehört. So eröffnet es Schülerinnen und Schülern einen Einblick in diesen geschichtlichen Abschnitt aus der Perspektive eines Pfarrers, der seinen Protest gegen den Unrechtsstaat mutig zum Ausdruck gebracht hat.

    Historische Quellentexte, interaktive Lernformen und (Selbst-)Reflexionsanstöße machen Schülerinnen und Schülern die Glaubensüberzeugungen, Handlungsmotivationen, Ängste und Gedanken Paul Schneiders zugänglich und bieten die Chance, vor diesem Hintergrund die eigene Sichtweise auf die NS-Zeit zu hinterfragen. Damit verbindet der Materialband die Aufgabe des Erinnerns mit der Frage nach den Herausforderungen für christlich begründetes politisches und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein heute.

    Der Band ist aus der Zusammenarbeit von Dozierenden der Religionspädagogik, Religionslehrerinnen und einer Studierenden der Theologie entstanden. Er gliedert sich in sechs Kapitel:

    1. Begegnung mit Paul Schneider – ein Weg zwischen Glauben und politischer Verantwortung (Marita Koerrenz)
    2. Dem Glauben Taten folgen lassen – Glaube als Handlungsmotivation (Jennifer M. Keller)
    3. VerAntwort-l-Ich? Der Weg Paul Schneiders zum entschiedenen Protest (Katharina Muth)
    4. Lernen an einem Lebensweg – Paul Schneider und die Frage nach dem Vorbild (Nicole S. Keller)
    5. Politische und gesellschaftliche Verantwortung heute (Stefanie Espig)
    6. Paul Schneider aus ökumenischer Sicht (Marita Koerrenz)

    Mit dem Materialband erhalten Sie zugleich digitalen Zugriff auf den Dokumentarfilm von Sabine Steinwender-Schnitzius über Paul Schneider: „Ihr Massenmörder – ich klage euch an!“ (20 Min.). Dieser Film aus dem Jahr 2000 enthält wichtige Zeitzeugendokumente (u. a. Margarete Schneider und Ernst Cramer) und ist für den Einsatz in Schulen und Gemeindegruppen im Auftrag der EKiR produziert worden."

    Die Evangelische Kirche im Rheinland berichtet unter dem Titel "Christlicher Glaube und politische Wachsamkeit" über den Materialband in einem Artikel, welcher online einsehbar ist:

    https://news.ekir.de/2020/11/christlicher-glaube-und-politische-wachsamkeit/Externer Link

  • „Denken und Gedenken im evangelischen Religionsunterricht“

    „Denken und Gedenken im evangelischen Religionsunterricht“

    Ausbildungsphasen-übergreifendes Forschen und Lehren

    Das Projekt, welches unter der Leitung von AR Dr. Marita Koerrenz steht, fragt nach einer religionspädagogischen Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus, welche exemplarisch anhand der Biografie des Pfarrers Paul Schneider (1897-1939) aufgearbeitet wird. Ziel ist die Vernetzung universitärer Didaktikforschung und der Schulpraxis anhand eines konkreten Inhalts.

    Begegnung und gemeinsames Lernen
    Auf einen gemeinsamen Lernweg begaben sich Schüler*innen einer neunten Klasse der Regelschule Kahla, Studierende, Lehrer*innen und Hochschuldozent*innen im Juni 2019 in der Auseinandersetzung mit der Biografie Paul Schneiders – einem Pfarrer, der 1937 aufgrund seiner offenen Kritik am NS-Regime ins Konzentrationslager Buchenwald gebracht und dort 1939 aufgrund seines weiterhin entschiedenen Protests gegen die Verbrechen der Nationalsozialisten ermordet wurde. Das gemeinsame Vorbereiten, Durchführen und Reflektieren einer Gedenkstättenfahrt ließ verschiedene Perspektiven, Fragestellungen und Verarbeitungswege zu einem fruchtbaren Lernaustausch zusammenkommen. Durch die Gestaltung einer Schulausstellung zu Paul Schneider und zur Gedenkstätte Buchenwald findet das Projekt an der Regelschule Kahla eine Fortsetzung. Das vom FZRB (ehem. ZRB) initiierte und wissenschaftlich begleitete Projekt wird vom Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Jena gefördert.

    Über das Projekt wurde in der Wochenzeitung "Glaube und Heimat" (Nr. 26, erschienen am 30. Juni 2019) berichtet. Den Artikel finden Sie hierpdf, 355 kb

  • Das Thüringer Kerncurriculum

    Das Thüringer Kerncurriculum

    In einem mehr als dreijährigen Arbeitszeitraum haben unter der Federführung des FZRB (ehem. ZRB) Akteure aus allen drei Phasen (Studium, Referendariat, Weiterbildung) der evangelischen Religionslehrerbildung in Thüringen ein "Thüringer Kerncurriculum für die religionspädagogischen Anteile der evangelischen Religionslehrerbildung" erstellt.

    Dieses bundesweit vermutlich einmalige Curriculum hat alle drei Phasen der Lehrerbildung sowie alle Formen des allgemeinbildenden Schulwesens sowie der berufsbildenden Schulen in Thüringen im Blick. Es integriert die unterschiedlichen Lehrerbildungsmodelle der Universitäten Erfurt und Jena und basiert auf den unterschiedlichen Ausbildungsordnungen und Modulkatalogen der einzelnen Lehrerbildungsphasen sowie den einschlägigen Papieren der Evangelischen Kirche in Deutschland.

    Das Thüringer Kerncurriculum für den religionspädagogischen Anteil in der evangelischen Religionslehrerbildung (Grundschule, Regelschule, Gymnasium und berufsbildende Schulen)pdf, 302 kb ist hier einzusehen.

  • Religionsunterricht an Berufsschulen

    Religionsunterricht an Berufsschulen

    Am 03.02.2015 wurde in Erfurt eine gemeinsame Erklärung des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, des Pädagogisch-Theologischen Instituts der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Evangelischen Landeskirche Anhalts sowie des Zentrums für Religionspädagogische Bildungsforschung (jetzt FZRB) der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Thema "Religion - Schule - Beruf. Religionsunterricht an beruflichen Schulen in Sachsen-Anhalt und Thüringen stärken" verabschiedet. Hintergrund dieser Erklärung bildet eine vom FZRB (ehem. ZRB) durchgeführte Studie zum Religionsunterricht an beruflichen Schulen in Sachsen-Anhalt und Thüringen, die im Mai 2015 veröffentlicht wurde.

    Weitere Informationen zur Studie und zur Erklärung bietet die folgende Pressemitteilung:

    Pressemitteilung des idw - Informationsdienst WissenschaftExterner Link  

  • Begegnung mit der Schulpraxis am Beispiel einer gemeinsamen Exkursion in die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar (Kooperation mit der Heimbürgeschule Kahla).

    Das Thema „Kirche im Nationalsozialismus“ gehört zu den Lehrplanthemen im Evangelischen Religionsunterricht. Die räumliche Nähe der Universität Jena zu der Gedenkstätte Buchenwald und die aktuelle Wahrnehmung der schwindenden Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus, hat der Lehrstuhl Religionspädagogik zum Anlass genommen, nach einer zeitgemäßen Konzeptionierung eines Gedenkstättenbesuchs zu fragen. Im Ergebnis ist aus diesen Überlegungen das Projekt einer gemeinsamen Gedenkstättenfahrt entstanden, in der pädagogische Fachkräfte, Studierende und SchülerInnen unter Federführung von AR Dr. Marita Koerrenz so miteinander ins Gespräch kommen können, dass der außerschulische Lernort für SchülerInnen kommunizierbar werden kann. Die Ziehsetzung besteht dabei darin, methodisch einen Kommunikations- und Denkraum zu eröffnen, in dem die Wahrnehmung der Opfer-Perspektive ermöglicht wird. Dies kann dadurch gelingen, dass den SchülerInnen nicht nur eine „Zuhörerrolle“ zugedacht wird, sondern das sie selbst zu „Sprechenden“ werden, die einzelne Punkte der Geschichte von Buchenwald ihren MitschülerInnen weitererzählen. Auf diese Weise verliert Gedenkstättenpädagogik seinen moralischen Duktus, der oftmals zu einer inneren Abwehr auf Seiten der Jugendlichen führen kann.

    Methodisch wird dies durch ein Zusammenspiel von Universität und Schule umgesetzt. Konkret: Nachdem die Studierenden im Seminarkontext inhaltlich und methodisch auf das „Praxisprojekt“ vorbereitet worden sind, fahren wir an die Heimbürge Schule nach Kahla und erarbeiten dort in Kleingruppen mit SchülerInnen der Jahrgangstufen 9 und 10 eine „Führung“ durch die Gedenkstätte. Dazu werden die SchülerInnen in thematische Expertengruppen für einzelne Stationen in der Gedenkstätte eingeteilt. Sodann eignen sich die verantwortlichen SchülerInnen für die jeweilige Station die inhaltliche Kompetenz unter Anleitung der Studierenden an. Die Studierenden haben sich zuvor im Seminarkontext inhaltlich und konzeptionell mit der Konzeption vertraut gemacht und haben die Kompetenz erlangt, eine Kleingruppe inhaltlich und pädagogisch zu betreuen.

    Die von der Seminarleitung erstellten Materialien ermöglicht es, den Studierenden und SchülerInnen das notwendige geschichtliche Fachwissen für die ausgewählten Stationen zu vermitteln. Mit Hilfe von unterschiedlichen Kurzvorträgen wird so eine „schülereigene Führung“ durch die Gedenkstätte gestaltet.

    Diese Methode bewirkt, dass die SchülerInnen sich für das Gelingen der Kommunikation des Inhaltes ihrer jeweiligen Station an ihre AdressatInnen mitverantwortlich fühlen und die Exkursion insgesamt „nachhaltig“ gestaltet werden kann. Das „Praxisprojekt“ wird im Anschluss im Seminarkontext mit den Studierenden ausgewertet.

    Am Lehrstuhl für Religionspädagogik ist das Projekt so angelegt, dass es in jedem Sommersemester durchgeführt wird. Die Studierenden, die an diesem Projekt teilnehmen, tun dies im Bereich eines Wahlmoduls. In einer multikulturellen Gesellschaft ist die Auseinandersetzung mit der Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit eine Möglichkeit, durch ein respektvolles Nacherzählen der Ereignisse aus der Opferperspektive, die Achtung vor der Menschenwürde des Einzelnen einzuüben.

Publikationen des Ressorts

  • Publikationsliste
    • Won, Jieun/Park, Yura (2025): 공존과 소통을 위한 기독교교육의 역할과 과제 탐색: 독일 작센 종교교육의 사례를 중심으로 (Exploring the Role and Challenges of Christian Education for Coexistence and Communication: A Case Study of Religious Education in Saxony, German), in: 기독교교육정보(Journal of Christian Education & Information Technology) 84, 1-42.
    • Hong, Sungsoo/Wermke, Michael (2024): Diversitätssensible Bildung. Der Beitrag des Religionsunterrichts, in: Grundschule Religion, 88, 25–26.
    • Arbeitsstelle für konfessionell-kooperativen Religionsunterricht in Thüringen (2024): Policy Paper zur Zukunft des Faches Religionslehre in Thüringen (https://www.zrb.uni-jena.de/zrbmedia/7480/policy-paper-zukunft-des-faches-religionslehre-in-thueringen.pdf?nonactive=1&suffix=pdfpdf, 178 kb)
    • Wermke, Michael/van der Hoek, Stefan/Seher, Sophie (2023): Art. Bildung, diversitätssensible, in: Wissenschaftlich Religionspädagogisches Lexikon im Internet (www.wirelex.deExterner Link).
    • Hong, Sungsoo (2023): Heterogenität und Inklusion. Eine Metastudie zu komplexen Diskursfeldern in der Erziehungswissenschaft und der Religionspädagogik, Leipzig.
    • Koerrenz, Marita/Pemsel-Maier, Sabine (2023): Art. Ökumenisches Lernen, in: Wissenschaftlich Religionspädagogisches Lexikon im Internet (www.wirelex.deExterner Link).
    • Hong, Sungsoo (2022): 디지털 문화 속 주체형성에 대한 교육적 고찰 (Pädagogische Überlegungen zur Subjektivierung in der Kultur der Digitalität), in: 교육문화연구 (Journal of Education & Culture), 28/2, 543–562. 
    • Koerrenz, Marita (2020): Schöpfung gestalten. Mit Jugendlichen Religion und Ethik denken, Göttingen.
    • Thomas Heller: Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz" (Mt 6,21). Eine religionsdidaktische Auseinandersetzung mit dem Geld. Im Erscheinen. 
    • Katharina Muth: Bewertungskriterien ethsicher und religiöser Urteilskompetenz. Eine qualitative Studie über Prüfungsaufgaben und Bewertungsvorgaben im Fach evangelische Religionslehre. Im Erscheinen. 
    • Thomas Heller: Religion im Schulbuch, sowie Michael Wermke: Der Religionsunterricht und das Religionsschulbuch im öffentlichen Schulwesen, in: Zrinka Štimac (Hrsg.): Schulbuch und religiöse Vielfalt. Interdisziplinäre Perspektiven. Göttingen 2018.
    • Marita Koerrenz/Ralf Koerrenz: Gerecht handeln. Mit Jugendlichen Religion und Ethik denken, Göttingen 2017.
    • Dorothy Bonchino-Demmler: Lehrkräfte an evangelischen Regelschulen in freier Trägerschaft im Kontext Ostdeutschland.
    • Thomas Heller/Michael Wermke: Universitäre Lehrerbildung zwischen Berufsfeld- und Wissenschaftsbezug, Leipzig 2015.

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